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Siska

Schwejk, Samstag, 26. Januar 2013, 14:20

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Aufgeschnappt nicht damalen im Bierkombinat "Kucheleck", sondern in einem Sky-Porträt Peter Kremers:
"Daß Borussia Dortmund Bayern München mit 5:2 im Pokalfinale abgezogen hat, war auch ein glücklicher Moment in meinem Leben."

Gut dem Dinge! :-)

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Siska/Neutze

herb 96, Samstag, 26. Januar 2013, 21:45 @ Schwejk

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Aufgeschnappt nicht damalen im Bierkombinat "Kucheleck", sondern in einem Sky-Porträt Peter Kremers:
"Daß Borussia Dortmund Bayern München mit 5:2 im Pokalfinale abgezogen hat, war auch ein glücklicher Moment in meinem Leben."

Gut dem Dinge! :-)

Günther Neutze
Günther Neutze (* 5. März 1921 in Hannover; † 26. Februar 1991 ebenda) war ein deutscher Schauspieler.[1]
Inhaltsverzeichnis [Verbergen]
1 Biografie
2 Filme (Auszug)
3 Literatur
4 Weblinks
5 Einzelnachweise
Biografie [Bearbeiten]

Extrem heißer Typ - hab' ihn ein paar mal im Niedersachsenstadion getroffen, auch auswärts
bei Fortuna Köln - wir haben dieselbe Schule besucht- Phillip Rösler leider auch.

Die Schauburg („Schauspielhaus“), erster Wirkungsort der Brüder Neutze
Ansichtskarte Nummer „1101“ von Karl F. Wunder
Günther Neutze wurde in der Südstadt Hannovers geboren[2] und war der älteste Sohn eines hannoverschen Beamten und Bruder von Hanns Lothar (Neutze) und Horst Michael Neutze. Er besuchte – ebenso wie seine Brüder – die Lutherschule.[1] Noch während der Schulzeit arbeitete er als Statist am später zerstörten Schauburg-Theater an der Hildesheimer Straße und fand, wie auch seine Brüder, auf diese Weise zum Theater.[2] Er nahm privaten Schauspielunterricht[1] und hatte sein erstes Theaterengagement in Aschaffenburg.[2]
Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft in der Sowjetunion erhielt er 1947 ein Engagement am Landestheater Hannover.[1] Hier wirkte er im Ballhof-Ensemble „als hochgeschätzter Charakterdarsteller“ unter Kurt Ehrhardt, der Neutzes „ungewöhnliche komödiantische und intellektuelle Vielseitigkeit“ schätzte. In diesem Ensemble spielte Neutze mit Bernhard Minetti, Rolf Boysen, Heinz Bennent, Elfriede Rückert, Hansjörg Felmy und seinem Bruder Hanns Lothar.[2]
1951 und 1952 war Günther Neutze am Staatstheater Braunschweig tätig und arbeitete anschließend wieder in Hannover, aber auch in Bremen und bei den Festspielen in Bad Hersfeld.[1] Ansonsten hat er kaum anderswo als in Hannover gespielt – ein Angebot ans Wiener Burgtheater schlug er 1975 aus.[2] Auch war Neutze sein Leben lang Fan von Hannover 96.
Mit seinen beiden Brüdern trat Günther Neutze nur in einem einzigen Film gemeinsam auf, in dem Jürgen Roland-Krimi Polizeirevier Davidswache (1964). Zwei Jahre darauf konnte man das Trio in dem Kriminal-Hörspiel Reiche Leichen sind die Besten von Harald Vock hören. Hanns Lothar und Neutze waren auch gemeinsam in dem Fernsehfilm Flug in Gefahr nach dem gleichnamigen Roman des Bestsellerautoren Arthur Hailey in Hauptrollen zu sehen.
Populär wurde Neutze ab Ende der 1950er Jahre durch seine Auftritte in Film- und Fernsehrollen.[1] Jürgen Roland hatte ihn zum Fernsehen geholt, sodass er für seine Bühnenauftritte und der Arbeit im Fernsehstudio zwischen Hannover und Hamburg pendelte.[2] Nach zahlreichen kleinen Filmrollen schrieb Neutze 1966 Fernsehgeschichte mit seiner Rolle als Archibald Arrow in dem deutschen Fernsehmehrteiler Die Gentlemen bitten zur Kasse über den berühmten Postzugraub in England. Von 1967 bis 1973 trat er neben Karl Lieffen als Kommissar Bernard in Rolands Krimiserie Dem Täter auf der Spur auf, in der beide die Zuschauer zum Mitraten aufforderten. Rollen übernahm Neutze auch noch in weiteren Fernsehkrimis.
Daneben war Neutze auch „ein glänzender Sprecher beim Funk“; so lieh er seine Stimme „so beliebten Sendungen wie »Am Morgen vorgelesen«.“[2]


Günther Neutze ist auf dem anonymen Urnengräberfeld auf dem Stadtfriedhof Lahe beigesetzt.
1983 zog sich der herzkranke Schauspieler ins Privatleben zurück, nachdem er 1979 während einer Theatertournee zusammengebrochen war. Er war verheiratet und hinterließ die Kinder Michael (Mischa) und Brigitte. Neutze wurde auf dem Stadtfriedhof Lahe in Hannover auf dem anonymen Urnengräberfeld (Abt. 136) beigesetzt.[3]

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Siska/Neutze/Peel

Schwejk, Samstag, 26. Januar 2013, 22:10 @ herb 96
bearbeitet von Schwejk, Samstag, 26. Januar 2013, 22:30

Collector's item:
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Der Fall Nebe - Teil 1 + 2 (19 Nov. 1964)
TV Episode
Director:
Georg Tressler
Writer:
Hellmut Andics
Stars:
Günther Neutze, Ekkehard Fritsch and Malte Petzel

But this beats all: ;-)
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(Studi-Butze Schöneberg, Ebersstr.)

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Siska/Neutze/Peel

Schwejk, Montag, 28. Januar 2013, 11:51 @ Schwejk

Längst überfällig. Eine Biographie des undurchsichtigen, zwielichtigen Kripochefs und Leiter einer Einsatzgruppe zwischen Karrierismus, Verbrechen und Widerstand:

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Siska/Neutze/Peel

herb, Montag, 28. Januar 2013, 20:53 @ Schwejk

Längst überfällig. Eine Biographie des undurchsichtigen, zwielichtigen Kripochefs und Leiter einer Einsatzgruppe zwischen Karrierismus, Verbrechen und Widerstand:

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Ich traue dieser Quelle eher nicht:


Produktinformation
Gebundene Ausgabe: 432 Seiten , 38 € !
Verlag: Gatzanis; Auflage: 1., Auflage (Oktober 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3932855175
ISBN-13: 978-3932855177
Größe und/oder Gewicht: 22,6 x 17,8 x 3,8 cm
Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
Amazon Bestseller-Rang: Nr. 700.057 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)
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Produktbeschreibungen
Über den Autor
Prof. Dr. Walter Kiess, geboren 1928, in Trossingen auf der Baar aufgewachsen.
Nach der Absolvierung der Oberschule in Trossingen und Schwenningen a.N. von 1948 - 1953 Studium der Architektur und Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule Stuttgart mit Diplomabschluss. Dort von 1958 bis 1962 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Baugeschichte und Bauaufnahme tätig und Promotion.
1963 Berufung an die Hochschule für Technik Stuttgart für die Fachgebiete Baugeschichte, Stadtbaugeschichte und Denkmalpflege.Vorlesungen in diesen Fächern bis zur Pensionierung 1993. Daneben als freier Architekt und als Sachverständiger für Denkmalschutz tätig.
Als Summe der Hochschultätigkeit erschien 1991 im Berliner Verlag Ernst&Sohn das Standardwerk Urbanismus im Industriezeitalter.
Ab den achziger Jahren aus einer persönlichen Neigung heraus intensive Studien zur SS und den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei.

Aber: Wo hast du denn die DVD's zum Fall Nebe her ? Vermutlich vom ZDF selbst - ansonsten
sind sie nämlich nicht greifbar. Let me know!

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Siska/Neutze/Peel

Schwejk, Montag, 28. Januar 2013, 21:27 @ herb
bearbeitet von Schwejk, Montag, 28. Januar 2013, 21:32

Ich kann weder diese Monographie noch den Autor einschätzen.
Zuweilen wird bereits Anekdotisches geschätzt.

Ob eine Quelle vertrauenswürdig ist, findet man meist heraus, indem man aus ihr schöpft. ;-) Diese Aktion steht freilich noch an.

BTW: Dies hätte in etwa auch von mir so berichtet werden können: "Ab den achziger Jahren aus einer persönlichen Neigung heraus intensive Studien zur SS und den Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei."
Entscheidend ist doch immer noch, was hinten rauskommt. ;-)

Die beiden DVDs habe ich mir vom ZDF brennen lassen. Waren nicht für'n Appel & 1 Ei zu haben.

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Siska/Neutze/Peel

Schwejk, Donnerstag, 31. Januar 2013, 19:57 @ herb

Stichwort: "Ich traue dieser Quelle nicht" - Kleiner Auszug:
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Siska/Neutze/Peel

herb, Donnerstag, 31. Januar 2013, 21:16 @ Schwejk

Stichwort: "Ich traue dieser Quelle nicht" - Kleiner Auszug:
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Tja, mein lieber Schwejk,
ich kriegte gerade über einen Freund diese "Empfehlung", die nun garantiert nicht kosher ist:

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Wenn im Netz nun so gar nichts zu den lifelines des Autors zu finden ist, ist das schonmal verdächtig,
da gebe ich Krull im Nachhinein nochmal recht.Ich frage dich , ob du diesen Merkwürden kennst bzw.
wie du ihn beurteilst.

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Siska/Neutze/Peel

Schwejk, Donnerstag, 31. Januar 2013, 21:57 @ herb

Stichwort: "Ich traue dieser Quelle nicht" - Kleiner Auszug:
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Tja, mein lieber Schwejk,
ich kriegte gerade über einen Freund diese "Empfehlung", die nun garantiert nicht kosher ist:

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Wenn im Netz nun so gar nichts zu den lifelines des Autors zu finden ist, ist das schonmal verdächtig,
da gebe ich Krull im Nachhinein nochmal recht.Ich frage dich , ob du diesen Merkwürden kennst bzw.
wie du ihn beurteilst.

Nöh, herb, nie und nimmer was von diesem Bruder gehört oder gelesen. Er käm mir auch trotz aller "libertärer/liberaler bibliothekarischer Sammelpolitik" nicht ins Haus.

"Garantiert nicht koscher" ist sogar noch gestrunzt. ;-)

Das haste sicherlich auch ergurgelt:

Dietrich Bronder ist ein Altnazi, der vor allem durch seine Spekulationen über die Okkulten Hintergründe des Nationalsozialismus in 'Bevor Hitler kam' bekannt ist. Viele Verschwörungstheoretiker zitieren dieses Werk, wahrscheinlich im vollen Bewusstsein das viele der darin aufgestellten Thesen unhaltbar sind.
Bronder entstammte eine SS-Familie und war 18 Jahre lang Bundessekretär im Bund der Freireligiösen Gemeinden Deutschlands.
http://de.verschwoerungstheorien.wikia.com/wiki/Dietrich_Bronder

Denn ihre drei größten Ideologen, die auch in den 90er Jahren die organisierte "Freie Religion" inhaltlich prägen, waren stramme Nazis: Wilhelm Bonneß, Georg Pick und Dietrich Bronder, vor 1945 an der Verfolgung von Christen und Juden beteiligt, danach Präsidenten, Ehrenpräsidenten und Bundesgeschäftsführer des "Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands" (BFGD), der zusammen mit den offen nazistischen "Deutschen Unitariern", der nazistischen "Germanischen Glaubens-Gemeinschaft" und den Anhängern des Sozialdarwinisten Ernst Haeckel 1949 den "Deutschen Volksbund für Geistesfreiheit" (DVfG) als Nazi-Auffangorganisation gründete; 1992 hat man sich in "Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften" (DFW) umgetauft. Heute sind Eckhart Pick - Georg Picks Sohn - und Doris Barnett die prominentesten und politisch wohl wichtigsten Freireligiösen, schützen die Mitgliedssekten und den Dachverband politisch und juristisch und helfen so, ihrer Propaganda die staatlichen Geldquellen und den Zugang zu den staatlichen Schulen zu sichern.
http://www.bifff-berlin.de/aktuell19.htm

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Siska/Neutze/Peel

herb, Donnerstag, 31. Januar 2013, 22:37 @ Schwejk

Stichwort: "Ich traue dieser Quelle nicht" - Kleiner Auszug:
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Tja, mein lieber Schwejk,
ich kriegte gerade über einen Freund diese "Empfehlung", die nun garantiert nicht kosher ist:

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Wenn im Netz nun so gar nichts zu den lifelines des Autors zu finden ist, ist das schonmal verdächtig,
da gebe ich Krull im Nachhinein nochmal recht.Ich frage dich , ob du diesen Merkwürden kennst bzw.
wie du ihn beurteilst.


Nöh, herb, nie und nimmer was von diesem Bruder gehört oder gelesen. Er käm mir auch trotz aller "libertärer/liberaler bibliothekarischer Sammelpolitik" nicht ins Haus.

"Garantiert nicht koscher" ist sogar noch gestrunzt. ;-)

Das haste sicherlich auch ergurgelt:

Dietrich Bronder ist ein Altnazi, der vor allem durch seine Spekulationen über die Okkulten Hintergründe des Nationalsozialismus in 'Bevor Hitler kam' bekannt ist. Viele Verschwörungstheoretiker zitieren dieses Werk, wahrscheinlich im vollen Bewusstsein das viele der darin aufgestellten Thesen unhaltbar sind.
Bronder entstammte eine SS-Familie und war 18 Jahre lang Bundessekretär im Bund der Freireligiösen Gemeinden Deutschlands.
http://de.verschwoerungstheorien.wikia.com/wiki/Dietrich_Bronder

Denn ihre drei größten Ideologen, die auch in den 90er Jahren die organisierte "Freie Religion" inhaltlich prägen, waren stramme Nazis: Wilhelm Bonneß, Georg Pick und Dietrich Bronder, vor 1945 an der Verfolgung von Christen und Juden beteiligt, danach Präsidenten, Ehrenpräsidenten und Bundesgeschäftsführer des "Bundes Freireligiöser Gemeinden Deutschlands" (BFGD), der zusammen mit den offen nazistischen "Deutschen Unitariern", der nazistischen "Germanischen Glaubens-Gemeinschaft" und den Anhängern des Sozialdarwinisten Ernst Haeckel 1949 den "Deutschen Volksbund für Geistesfreiheit" (DVfG) als Nazi-Auffangorganisation gründete; 1992 hat man sich in "Dachverband Freier Weltanschauungsgemeinschaften" (DFW) umgetauft. Heute sind Eckhart Pick - Georg Picks Sohn - und Doris Barnett die prominentesten und politisch wohl wichtigsten Freireligiösen, schützen die Mitgliedssekten und den Dachverband politisch und juristisch und helfen so, ihrer Propaganda die staatlichen Geldquellen und den Zugang zu den staatlichen Schulen zu sichern.
http://www.bifff-berlin.de/aktuell19.htm

So isses wohl - aber dieses biff ist eben auch nicht ganz kosher, wie du natürlich weißt. - Dieser Freund-du kennst ihn auch -Haus 23- Zelle 9, gern humorig als Hausfaschist ;-) gekost, kuschelt leider immer wieder gerne mit Verschwörungstheorien aller Art - was ihm nicht immer so
ganz bewußt ist - but I like him...;-) gemäß dem Motto:

[image] ;-)

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Siska/Neutze

Herr Hrdlicka, Sonntag, 27. Januar 2013, 08:19 @ herb 96

www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/760014#/beitrag/video/1828200/R%C3%B6sler-r%C3%A4umt-auf ;-)

Bei 05:15 gezeigte - von mir als Upload gedachte - Fotomontage lässt sich leider hier nicht platzieren.

SgG Herr Hrdlicka

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Siska/Neutze

Schwejk, Samstag, 23. Februar 2013, 12:18 @ herb 96
bearbeitet von Schwejk, Samstag, 23. Februar 2013, 12:26

Stichwort Hanns Lothar (Neutze) - eine Perle der deutschen Fernsehfilmgeschichte soeben digitalisiert:

Der Fall Harry Domela
Herstellungsland: Deutschland
Erscheinungsjahr: 1965
Regie: Wolfgang Schleif
Darsteller:
Hanns Lothar
Reinhold Nietschmann
Harry Hardt
Tilo von Berlepsch
Lola Chlud
Andrea Grosske
Herbert Tiede
Friedrich Schütter

Mitte der 1920er Jahre hält der ehemalige Arbeits- und Obdachlose 22jährige Harry Domela die High Society der Weimarer Republik zum Narren. Mal tritt er als Graf, mal als Baron, mal als Sohn des Kronprinzen von Preußen auf und täuscht hohe Militärbeamte ebenso wie den Oberbürgermeister. Einzig und allein sein Auftreten, das natürlich von Gentleman-Gehabe gekrönt ist, verschafft ihm Einlass in die feine Gesellschaft, die er selbstverständlich schröpft. Als ihm 1927 der Prozess gemacht wird, verfolgt ganz Deutschland das Verfahren gegen den Mann...

Hochstapler und Autor ("Der falsche Prinz"), residierte als preußischer Prinz 1926 im Erfurter Hof
geb. 1905 in Grusche (Lettland), gest. um 1978 in Venezuela


1926 beehrte seine Königliche Hoheit Prinz Wilhelm von Preußen das Hotel Erfurter Hof mit seiner Anwesenheit. Allerdings stellte sich bald heraus, dass es sich tatsächlich um den “falschen Prinzen” Harry Domela handelte. Es war die spektakulärste Hochstapelei der deutschen Geschichte neben dem Streich des legendären „Hauptmanns von Köpenick“. Über den Fall Harry Domela alias Prinz Wilhelm von Preußen wurde in den 1920er Jahren viel gelacht. Zugleich offenbart er aber auch gesellschaftliche Probleme. Bevor der arbeitslose Baltikumdeutsche im Erfurter Hof als Prinz hofiert wurde, hatte er die Tiefen der untersten Ränge der Gesellschaft erlebt. Als Ausweg erkannte Domela den Standesdünkel des Adels sowie die ungebrochene Ehrfurcht vieler Deutscher vor den blaublütigen Geschlechtern der 1918 untergegangenen Monarchie.

Ende 1926 sollte Harry Domela in Erfurt sein hochstaplerisches Meisterstück liefern. Als Baron von Korff logierte er im Erfurter Hof. Der Hoteldirektor verbreitete das Gerücht, es handele sich um den Prinzen Wilhelm, den Enkel des letzten Kaisers Wilhelm II. Domela nahm diese Verwechslung zunächst eher mit Belustigung auf. Freilich „schmeichelte es mir, mit solchen Augen angesehen zu werden, zu erleben, wie alles vor mir in Ehrfurcht erstarrte“, so Domela in seinen 1927 erschienenen Erinnerungen “Der falsche Prinz”.

Die Schilderung seines Eintrags in das Goldene Buch des Hotels stellt einen der Höhepunkte des Buches dar. Am Abend plaudern der Prinz und der Hoteldirektor in den Klubsesseln der Hotelhalle. Die Unterhaltung führt zu den bekannten Persönlichkeiten, die im Hause übernachtet hatten. Erst jüngst habe Reichskanzler Wilhelm Marx anlässlich des deutschen Katholikentages im Erfurter Hof genächtigt. Schließlich führt der Direktor seinen Prinzen ins Privatkontor des Hotelbesitzers Georg Kossenhaschen, um ihm das Goldene Buch zu zeigen.

“Der Direktor konnte jetzt eine gewisse Erregung nicht mehr verbergen. ´Ja, Marx, der höchste Beamte des Deutschen Reiches, auf dieser Seite.´ Er schlug eine neue Seite auf. ´Und hier, hier müßte sich eine der höchsten Persönlichkeiten eintragen, eine Persönlichkeit, die der hohen Stellung eines Reichskanzlers gleichkommt, ein Name, der einen noch volleren Klang hat.´“ Kurzentschlossen signiert Domela als “Wilhelm, Prinz von Preußen“. Damit waren alle Dämme der Verehrung gebrochen. Auch der lebenserfahrene Hotelbesitzer Georg Kossenhaschen ließ sich von seinem hochadeligen Gast bestricken. Domela kann die schöne Zeit in Erfurt, den Luxus, das Umschwärmtsein und die Freundschaft mit dem väterlichen Kossenhaschen freilich nicht lange genießen. Am 8. Januar 1927 erfolgt bei Köln seine Verhaftung, als er sich in die Fremdenlegion retten will.

Die Berichterstattung macht Domela schlagartig zum Medienstar. Die Reaktionen im Lande sind allerdings gespalten. Kurt Tucholsky galt die Geschichte von „Harry dem Ersten“ als „Kulturdokument ersten Ranges.“ Für andere ist Domela ein übler Verbrecher. Mitte der 1920er Jahre hofft noch mancher Bürger, dass die Hohenzollern Deutschland aus den Wirren der ungeliebten Weimarer Republik führen mögen. Aber auch die bürgerliche „Thüringer Allgemeine Zeitung“ kann der Sache etwas Gutes abgewinnen: „Nun soll aber keiner mehr sagen, daß Erfurt unbekannt ist. Allüberall im Vaterlande spricht man von uns: denn durch den ganzen deutschen Blätterwald rauschte in diesen Wochen der Name unserer Stadt.“ 43 Jahre vor dem Erfurter Gipfel 1970, dem ersten deutsch-deutschen Spitzentreffen Brandt-Stoph, sind Erfurt und sein Nobelhotel schon einmal in aller Munde. (Dr. Steffen Raßloff)

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Siska/Neutze

Schwejk, Montag, 25. März 2013, 09:20 @ Schwejk

Noch ne Perle der Fernsehfilmgeschichte (zur Digitalisierung vorgemerkt):

Die Brüder Lautensack ist der Titel eines Zeitromans von Lion Feuchtwanger, der ursprünglich (1941) als Theaterstück Die Zauberer geplant war. Die englische Erstausgabe des Romans erschien 1943 in New York.

Verfilmung
Der Roman wurde 1971 und 1972 im Auftrag des Fernsehens der DDR von der DEFA unter der Regie von Hans-Joachim Kasprzik verfilmt. In den Hauptrollen sind unter anderem Horst Schulze, Petra Hinze, Ctibor Filčík, Klaus Piontek, Rolf Hoppe und Hannjo Hasse zu sehen. Der dreiteilige Fernsehfilm erlebte am 18., 20, und 22. März 1973 seine Erstsendung im 1. Programm des DDR-Fernsehens.
Wiederholung: MDR, Weihnachten 1993

Inhaltsangabe
Der Roman erzählt die Geschichte des Telepathen und Hellsehers Oskar Lautensack, der nach rasantem Aufstieg zum Berater Hitlers wird. Während einer Sitzung mit dem SA-Stabschef sieht Lautensack den Reichstagsbrand voraus. Der eitle Hellseher verzettelt sich jedoch zwischen seinen privaten Interessen und den Erwartungen der politischen Machthaber und wird auf Geheiß von höchster Stelle ermordet.
Wie schon in Feuchtwangers Roman Erfolg sind auch mehrere Figuren in Die Brüder Lautensack erkennbar historischen Personen nachgebildet. [1] Dem Werk liegt die Lebensgeschichte des Okkultisten Erik Jan Hanussen zugrunde, der 1933 ermordet wurde. Die Figur des SA-Stabschefs Manfred Proell erinnert deutlich an Ernst Röhm, Proells Vertrauter Graf Ulrich Zinsdorff hat starke Ähnlichkeit mit Wolf-Heinrich von Helldorf. Adolf Hitler, der im Roman Erfolg noch als Rudolf Kutzner gezeichnet ist, und Paul von Hindenburg werden mit Echtnamen dargestellt.
Andererseits weicht die Romanhandlung aus dramaturgischen Gründen deutlich von der historischen Realität ab. Oskar Lautensack wird als Nicht-Jude konstruiert, wogegen Hanussen jüdischer Herkunft war. Als intellektueller Gegenspieler des Hellsehers agiert ein jüdischer Journalist. Oskars Bruder Hansjörg Lautensack steigt im Roman bis zur Position des Reichspressechefs auf, die real Otto Dietrich innehatte.
Mit dem Roman thematisiert Feuchtwanger vor allem die Kunst der Verführung (vgl. insbesondere: Peter Stolle, Das Hitlerbild in den Romanen Lion Feuchtwangers) und wieso die Menschen sich einfachen Losungen hingeben.
Editionsgeschichte
Feuchtwanger legte 1941 dem New Yorker Verlag Viking Press das Schauspiel-Manuskript Die Zauberer vor, es wurde jedoch nicht akzeptiert und von ihm auch nicht weiter für das Theater bearbeitet.[2] Aus dem Stoff entwickelte er einen Roman mit teilweise deutlich veränderter Handlung, der 1943 mit dem Titel "Double, Double Toil and Trouble" bei Viking Press erschien. Im selben Jahr kam der Roman unter dem Titel "The Brothers Lautensack" bei Hamissh Hamilton in London heraus. Dieser Verlag veröffentlichte 1944 die erste deutschsprachige Ausgabe. Eine spätere deutschsprachige Ausgage erschien 1956 als "Die Zauberer". Nachfolgende deutsche Editionen trugen dann wieder den Titel "Die Brüder Lautensack". Schon im März und April 1943 hatte die US-amerikanische Wochenzeitschrift Collier's einen achtteiligen Vorabdruck des Romans veröffentlicht. Das Honorar verwandte Feuchtwanger für die Anzahlung der Villa Aurora in den Hügeln von Pacific Palisades.
Ausgaben Double, Double Toil and Trouble, New York: The Viking Press, 1943
• The Brothers Lautensack, London: Hamissh Hamilton, 1943
• Die Brüder Lautensack, London: Hamissh Hamilton, 1943
• Die Zauberer, Rudolstadt: Greifenverlag, 1956
• Die Brüder Lautensack, Berlin und Weimar, Aufbau-Verlag 1964
• Die Brüder Lautensack, Berlin: Aufbau Taschenbuch Verlag, 2001.

(wiki)

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