"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?
Friedrich Küppersbusch: Immer noch keine Neuwahlen.
taz: Was wird besser in dieser?
F. K.: Eurobonds wäre ein Thema, das die CDU der SPD nicht klauen kann, das zerrisse sie. Aber kann die SPD?
taz: Erstmals will die SPD ihre Mitglieder über die Bildung einer Großen Koalition auf Bundesebene mitent-
scheiden lassen. Eine gute Idee?
F. K.: Pragmatisch. Der Untergang der "Titanic“ wäre sicher reizvoller geworden mit vielen tausend “Ja-zum- Eisberg“-Zetteln an Bord. (…)
SPD: Volle Kraft voraus!
taz: Es gibt eine Diskussion, ob die Fünfprozenthürde weg soll. Soll sie?
F. K.: Sie isses, bei der kommenden Europawahl. Das Verfassungsgericht hat sie auf 3 Prozent gesenkt – mit der Schmunzelbegründung "dieses Parlament wählt eh keine Regierung“. Also AfD drin und FDP spannend. Bei der Bundestagswahl wählten 28,5 Prozent gar nicht, fast 16 Prozent der Wahlstimmen fielen unter die Hürde. Merkel hätte beinahe eine absolute Mehrheit an Mandaten für kaum ein Drittel der Wahlberechtigten bekommen.
Das Weimarer Parlament war, ohne Sperrklausel, mit bis zu 17 Parteien oft gelähmt. Eine Dreiprozenthürde würde Fans kleiner Parteien ermutigen. Nur die FDP wäre gekniffen – ihr traditionell einziges Argument: “Helft uns über 5 Prozent!“ wäre perdu. (…)
taz: Und was machen eigentlich die Borussen?
F. K.: Zum Abpfiff des 5:0 begann die “Lange Dortmunder Museumsnacht“. Das ergab eine sensationelle Mischung aus Hochkultur, Südgegröle und dem gemeinsamen Nenner Bratwurst [besser: Braatzwurst oder die Currywuast von Nobby, wenn "durchgehend geöffnet" - H.R.].
FRAGEN: CAK, DAS [lautmalerisch … H.R.
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http://www.taz.de/Die-Woche/!124613/
(Hervorh. H.R.)