"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht letzte Woche?
Friedrich Küppersbusch: Der Rummel um die katholischen Bettelmönche übergeht souverän die Frage nach dem mündigen Christen, der einfach mal austritt und es besser macht.
taz: Was wird besser in dieser?
F. K.: Claudia Roth als Vizepräsidentin. Die Gefahr wächst, dass RTL zumindest die Sitzungspausen mit ihren Conférencen live überträgt.
taz: Am Sonntag entschied die SPD-Basis [Watt? H.R *)], dass sie wieder mit den Schwarzen gehen will. Hatte sie wirklich eine Wahl? [**) H.R]
F. K.: Wahl ja, Wahlprogramm nein. In den Sondierungen wurden Steuerreform und Betreuungsgeld bereits abgeschliffen, und das Zentralthema Europa kommt in den “10 Punkten“ der SPD als letztes vor. Die SPD bewirbt sich als Merkels Sozialbeirat. Wenn Links und Grün Mitgliederbefragungen machen würden, ob die SPD in der Opposition mitmachen darf: mit den Inhalten klares Nein. (…)
taz: Die Union hat nach der Wahl fast 700.000 Euro gespendet bekommen von Familie Quandt, der fast die Hälfte von BMW gehört. Die Kanzlerin hat jetzt dafür gesorgt, dass es keine schärferen Abgasregeln für Autos in der EU gibt. Zufall?
F. K.: Nein, Glück – für BMW. Die sind mit dem bisschen Geld aus dem Schneider, Mercedes dagegen muss Staatskarossenminister von Klaeden durchfüttern. Womöglich beantragt Benz Betreuungsgeld für den Lümmel. Also kein Zufall, sondern Unfall – das ist ja wie eine Prämie auf den Bau von Dampfloks zu zahlen, während der Weltmarkt längst Elektroloks verlangt. Erinnerung: Die deutschen Hersteller lieferten längst Katalysatoren in alle Welt, als sie Umweltminister Töpfer noch erzählen wollten, es bräuchte Steuergeschenke, um so was unter einen Inlandsbenz zu schrauben. (…)
taz: Und was machen die Borussen?
F. K.: Bochum schizophren. Mal ab von deren Kampf um das Tabellenende der Zweiten Liga – da laufen samstags die Leute mit Schalke-, Dortmund- und VfL-Flaggen durch die Stadt, dass man irre wird.
FRAGEN: LS
http://www.taz.de/Die-Woche/!125873/
*) “Der SPD-Parteikonvent in Berlin ist das höchste Entscheidungsgremium der Partei zwischen den regulären Parteitagen. Er wurde erst in der Ende 2011 verabschiedeten Strukturreform der SPD eingeführt und tagte
(im Juni 2013) zum ersten Mal.“ (Mitteldeutsche Zeitung)
**) "Mögen hätt' ich schon wollen, aber dürfen hab' ich mich nicht getraut!" (Karl Valentin):
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2013/10/20/dlf_20131020_0812_14ac9a77.mp3
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