BVB Fundament

zurück zur Hauptseite
linear

"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"

Herr Hrdlicka, Dienstag, 29. Oktober 2013, 01:55

taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?

Friedrich Küppersbusch: Becker, Pocher, Familie Sarrazin…, die Stattfindekrankheit sollte endlich von den Kassen anerkannt werden.

taz: Was wird besser in dieser?

F. K.: Westerwelle, Steinbrück … Es ist heilbar!

taz: Welche Telefongeheimnisse könnte Frau Merkel haben, die jetzt von der NSA an Obama weitergeleitet wurden?

F. K.: Dass sie jeden Spaß mitmacht. Und auf die neue Lage im Oktober das gleiche Wording ausgibt wie im Juli: “Abhören unter Freunden – das geht gar nicht.“ NSA hätte also damals an Obama melden können: “Die merkt ja gar nichts“, oder “sie weiß es und hält dicht“. Nun hat die Spiegel-Recherche erwiesen, dass da mehr war – ein erster Vorgeschmack auf die großkoalitionäre Zeit, da die Medien die Untersuchungsausschüsse werden ersetzen müssen. (…)

taz: Alle reden über den Mindestlohn. Wann beginnen endlich die Verhandlungen über den Maximallohn?

F. K.: Predige ich seit Jahren! Endlich fragt mal wer! Die Tarifpartner scheitern beim Verteilen der Gewinne und betteln den Staat an. Das gibt Mindestlöhne durch staatlichen Eingriff in die Tarifautonomie. Man hört die Uhr ticken, wann in der nächsten Rezession der erste Unternehmerverband nach “Deckeltarif“ giert. Die Debatte ist so kurzsichtig, dass man schaudernd Merkel loben muss, die wenigstens die Mindestlöhne von den Tarifpartnern aushandeln lassen will. Das ist doch wie im falschen Körper wach werden.

taz: War der Papst zu nachsichtig mit dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst?

F. K.: Nee, wir sind zu nachsichtig mit dem Papst. Immerhin hat die Debatte einen dicken Klingelbeutel voller leckerer Privilegien bekannter gemacht, an denen gemessen Bischof Limbo nur ein abgedrehter Strolch ist. Ihn auszutauschen ist: anderer Pfaffe, gleiches Lied. Luther hat die Reformation auch losgetreten, weil damals der Papst den Bau des Petersdoms durch Ablasshandel finanzierte. Wer heute katholisch ist, hat sich bewusst dafür entschieden.

taz: Wie jetzt bekannt wurde, verfügt die katholische Kirche in Köln über ein Vermögen von rund 166 Millionen Euro. “Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.“ – Matthäus 19,24. Werden jetzt alle Kleriker im Fegefeuer enden?

F. K.: Hey… willkommen zu "Klugscheißen – aber richtig!“ Das “Kamel“ ist ein falsch übersetztes “Seil, Ankertau“ aus dem Altgriechischen. So macht der Spruch ja auch mehr Sinn. (…)

taz: Stichwort: Kießling-Tor. Brauchen wir technische Hilfsmittel für Schiedsrichter beim Fußball oder brauchen wir ehrlichere Fußballprofis?

F. K.: Welche technischen Hilfsmittel bräuchte Bundestrainer Löw, um mit bloßem Auge zu erkennen, dass Kießling Torschützenkönig der Liga ist? Miro Klose hat letztes Jahr zugegeben, einen Ball für seinen Club Lazio Rom mit der Hand ins Tor gewischt zu haben. In Bremen hat er mal einen ungerechtfertigten Elfer verweigert. Er wird auch mit 35 noch in die Nationalmannschaft berufen. Der Löw ist ein Moralist. (…)

taz: Und was machen die Borussen?

F. K.: Dortmund hat die besten Fans der Liga. Und die beklopptesten.
Und ein Problem: die sind oft identisch.

Fragen: RAK
http://www.taz.de/Die-Woche/!126299/
(Hervorh. - H.R.)

  344 Views
RSS-Feed dieser Diskussion
47283 Einträge in 10162 Threads, 149 angemeldete Benutzer, 4 Benutzer online (0 angemeldete, 4 Gäste)
RSS Einträge  RSS Threads | Kontakt
powered by my little forum