Vinyl ist wieder da
Es ist das Comeback der letzten Jahre und sprengt alle Verkaufs-Rekorde. Die Rede ist von der Schallplatte. Knapp eine Million LPs wurden im vergangenen Jahr verkauft. Damit verbucht die Vinyl-Industrie eine Umsatzsteigerung von 40 Prozent. Der guten, alten Langspielplatte ist ein Neustart gelungen.
http://www.youtube.com/watch?v=s9MCpwtYxUg
Gut dem Dinge. Spielt mir voll inne Karten. *smug*
Vinyl ist wieder da
... hier gibts sogar nen Kino-Film - schon der Trailer mit Bela B. und Frank Goosen ist viel versprechend ....
Vinyl ist wieder da
... hier gibts sogar nen Kino-Film - schon der Trailer mit Bela B. und Frank Goosen ist viel versprechend ....
...black-canyon.info/#tabfilm
Bedankt für den Hinweis. Im Gegenzug ein Loblied auf die Schallplatte einschließlich einer kleinen "Soziologie des Vinyls": 
Was die Haptik, Akustik und Optik der Schallplatte angeht, gibt es eine intelligente Abhandlung des äußerst klugen Medienwissenschaftlers Jochen Hörisch, der gelegentlich seiner „Trilogie über die Leitmedien der abendländischen Kultur“ sich in seinem 3. Band (Ende der Vorstellung. Die Poesie der Medien) auch dem Aspekt eines generationsspezifischen Milieu einer kultischen Verehrung von „Mediendingen“ zuwendet.
Jede Generation habe spätestens seit dem Beginn des 20. Jh. ihre kultischen Mediendinge. Nämlich das bevorzugte Mediengerät, das sie in den Jahren begleitet hat. in denen diese Generation die Schwelle vom Kid zum Jugendlichen und vom Teenager zum Erwachsenen überschritten und so etwas wie eine Generationsidentität ausgebildet hat.
Jeder kann sich schnell an die atmosphärischen, habituellen, gestischen und kultischen Kontexte erinnern, die das Mediending umgaben - z.B. an die Nebengeräusche einer LP, an ihr Design und an die typischen Handbewegungen, die zum Herausholen einer LP aus dem Plattenschrank oder Regal, zum Herausfingern der Platte (nicht auf die Rillen greifen!), zur Beförderung der flachen, schwarzen Scheibe auf den „Teller“ und zur punktgenauen Bedienung eines Plattenspielerarmes (bzw. eines Tonbandes, eines Kassettendecks, eines CD-Players) erforderlich waren bzw. sind.
Die 78er Zwischengeneration hat immerhin noch mit der 68er Generation die Fixierung auf die Schallplatte gemeinsam, auch wenn sich die männlichen 78er von den Beatles gründlich abgesetzt haben -produzieren diese doch „Mädchenmusik“.
Aufgrund von schlichten Dimensionsproblemen lässt z.B. nur die LP suggestive Allianzen zwischen Musik und bildender Kunst zu. Die legendären Cover der Beatles (Sgt. Pepper) und der Stones (Satanic Majestic Request) sind im CD -Format (mit dem die 88er ihre Adoleszenz erleben) einfach nur komisch. Insofern sind die Poster- und LP-Kultur der 60er/70er Jahre Mediengeschwister.
Vinyl ist wieder da
" ... mp3 ist körperlose Musik ..." hat es ein Radiomoderator von hr3 mal treffend formuliert.
Jüngst habe ich mir zum Geburtstag von einem Freund eine LP aus seiner Sammlung gewünscht. "Euro-Uli" - der das legendäre Spiel gegen Benfica Lissabon mit Eusebio in der Roten Erde live gesehen hat - bedachte mich mit dem Dylan-Doppelalbum "Live at the Budokan". Nun bin ich wahrlich kein großer Dylan-Fan, aber das Album mit 16seitigem Booklet und Poster (alles noch wie am ersten Tag erhalten) ist große Kunst ....