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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Earl Chekov, Mittwoch, 08. Januar 2014, 13:04

Die Zeiten, in denen Homosexualität in Deutschland ein Mythos war, vorzugsweise angesiedelt in der Kunst, Literatur, Musik sind schon längst vorbei. Früher waren André Gide, Klaus Mann und sein sich nur verdeckt outender Vater, Fassbender und Rosa von Praunheim mit dem skandalösem Zwangsouting von Hape Kerkeling dafür verantwortlich, daß Homosexualität mit einem Hauch von Glamour und bowieesker bunt-unwirklicher Popart überzogen.

Bis heute mühen sich die guten Pet Shop Boys diese popkulturelle Besonderheit der Homosexualität aufrecht zu erhalten. Mit zunehmender Mühe, denn heute sind andere Gallionsfiguren in der Wahrnehmung.

Begonnen hat der Übergang mit dem Aufstieg der Sauerlandclowns, die bei RTL den Marsch durch die Institutionen antraten wie Hella von Sinnen und Dirk Bach unterstützt durch den öffentlich-rechtlichen Domian. Der Virus breitete sich in die Politik aus mit dem komödiatischen Herrscher am Berliner Hof "das ist auch gut so" Wowereit.

Und heute sind wir in der absoluten homosexuellen Langeweile angekommen, symbolisiert durch Westerwelle oder eben Hitz the Hammer. Natürlich ist das gut so. Aber ein wenig traurig bin ich auch darüber - habe ich doch immer schwule Kunst sehr geliebt.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Lisa @, FFM, Mittwoch, 08. Januar 2014, 13:37 @ Earl Chekov

Wie kommst du darauf, dass es keinen interessiert?

Ich habe mit Freude und Respekt für Herrn Hitzlsperger auf den Link geklickt
http://www.zeit.de/sport/2014-01/thomas-hitzlsperger-homosexualitaet-fussball

Wenn es keinen interessiert, warum halten es dann sonst alle noch aktiven Fußballer geheim?

Wobei es mittlerweile schon sein kann, dass die eigene Abgrenzung größer ist als die fremde Ablehnung.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Earl Chekov, Mittwoch, 08. Januar 2014, 13:44 @ Lisa

Wie kommst du darauf, dass es keinen interessiert?

Ich präzisiere: keine Aufregung um das Thema. Natürlich wird sich unsere pseudotolerante Gesellschaft auf die Schulter klopfen. Vielleicht wird es Homestories geben zu Hitz a la das ist mein Lebensgefährte und das war mein schlimmstes Erlebnis.

Aber das ist halt das normale mediale Erleben entlang der Benchmark.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Dammes @, Mittwoch, 08. Januar 2014, 14:38 @ Lisa


Wenn es keinen interessiert, warum halten es dann sonst alle noch aktiven Fußballer geheim?

Sehe es mal von dieser Perspektive....

Solange Du in einer Fußballmannschaft spielst richten sich die Schmährufe des Publikums gegen die falsche Farbe Deines Trikots oder wenn es mal dumm läuft gegen den Müll den Du gerade mal spielst.

Outet sich ein Fußballprofi sind es erst 50 Leute die skandieren "Du schwule Sau" dann später vielleicht 100 oder mehr, einfach so ohne Sinn aber sie werden es tun.

Der psychische Druck der dabei durch die permanenten persönlichen Anfeindungen aufgebaut wird muss wahnsinnig groß sein, wer möchte das 10, 12 oder gar 15 Jahre ertragen?

Denn genauso wie Du die Bengalojünger nie zäumen wirst wird es auch immer welche geben die Dich persönlich anfeinden und das nicht mal wegen Deinem Beruf als Fußballer, egal wie gut Du bist!

Ich glaube für viele homosexuelle Fußballer ist das Leid kleiner den Druck des nicht outens zu ertragen als umgekehrt.


Meine Sichtweise zu dem Thema

SgG

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Lisa @, FFM, Mittwoch, 08. Januar 2014, 16:36 @ Dammes


Wenn es keinen interessiert, warum halten es dann sonst alle noch aktiven Fußballer geheim?


Sehe es mal von dieser Perspektive....

Solange Du in einer Fußballmannschaft spielst richten sich die Schmährufe des Publikums gegen die falsche Farbe Deines Trikots oder wenn es mal dumm läuft gegen den Müll den Du gerade mal spielst.

Outet sich ein Fußballprofi sind es erst 50 Leute die skandieren "Du schwule Sau" dann später vielleicht 100 oder mehr, einfach so ohne Sinn aber sie werden es tun.

Der psychische Druck der dabei durch die permanenten persönlichen Anfeindungen aufgebaut wird muss wahnsinnig groß sein, wer möchte das 10, 12 oder gar 15 Jahre ertragen?

Denn genauso wie Du die Bengalojünger nie zäumen wirst wird es auch immer welche geben die Dich persönlich anfeinden und das nicht mal wegen Deinem Beruf als Fußballer, egal wie gut Du bist!

Ich glaube für viele homosexuelle Fußballer ist das Leid kleiner den Druck des nicht outens zu ertragen als umgekehrt.


Meine Sichtweise zu dem Thema

SgG

Ja, das fürchte ich ja auch, meine Frage war doch eher rhetorisch gemeint.

Wobei ich mir halt nicht sicher bin: Wird es nicht vielleicht doch passieren, dass die 50, die homophobe Schmähgesänge anfangen, von den sie umgebenden tausenden vernünftigen Menschen "auf's Maul kriegen"? So wie Leute, die Nazigesänge/-gesten/-banner anstimmen/hochhalten ja auch?
Klar, das Risiko, dass nicht, ist (zu) groß.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

globe, Mittwoch, 08. Januar 2014, 13:57 @ Earl Chekov

Das muss eine grauenvolle Qual sein, sich über Jahre genötigt zusehen, seine Sexualität zu verbergen. Ich hoffe, dass es auch beim Fußball bald keinen mehr interessiert.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

krull, Am gelben Pylon, Mittwoch, 08. Januar 2014, 14:38 @ Earl Chekov

Die Zeiten, in denen Homosexualität in Deutschland ein Mythos war, vorzugsweise angesiedelt in der Kunst, Literatur, Musik sind schon längst vorbei. Früher waren André Gide, Klaus Mann und sein sich nur verdeckt outender Vater, Fassbender und Rosa von Praunheim mit dem skandalösem Zwangsouting von Hape Kerkeling dafür verantwortlich, daß Homosexualität mit einem Hauch von Glamour und bowieesker bunt-unwirklicher Popart überzogen.

Bis heute mühen sich die guten Pet Shop Boys diese popkulturelle Besonderheit der Homosexualität aufrecht zu erhalten. Mit zunehmender Mühe, denn heute sind andere Gallionsfiguren in der Wahrnehmung.

Begonnen hat der Übergang mit dem Aufstieg der Sauerlandclowns, die bei RTL den Marsch durch die Institutionen antraten wie Hella von Sinnen und Dirk Bach unterstützt durch den öffentlich-rechtlichen Domian. Der Virus breitete sich in die Politik aus mit dem komödiatischen Herrscher am Berliner Hof "das ist auch gut so" Wowereit.

Und heute sind wir in der absoluten homosexuellen Langeweile angekommen, symbolisiert durch Westerwelle oder eben Hitz the Hammer. Natürlich ist das gut so. Aber ein wenig traurig bin ich auch darüber - habe ich doch immer schwule Kunst sehr geliebt.

Gesellschaflich war und (global) ist schwules Leben Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung. Lange konnte sich auch die bürgerliche Mitte stanmm- und spießbürgerlich moralisch abgrenzen. Dieser Sumpf wurde nach und nach trocken gelegt, ohne dass homosexuelle Diskriminierung verschwindet. Auch in Deutschland nicht, dazu gibt es viel zu viele Subkulturen, neue theologische Fundamentalismen, egal ob evangelikal oder muslimisch geprägt, das Stadt-Land Gefälle, dann Ethnien, die kein Fragezeichen kennen. Empfehle mal unter der russland-deutschen Community ein Coming-out, na holla die Waldfee. Fakt ist, dass die liberale Öffentlichkeit kaum Berührungspunkte zu diesen Kulturen hat und so werden wir weiter die CSD-Partys feiern, wo eine tolerante schwule Community das tolerante bürgerliche Kulturvolk trifft - Daumen hoch für alle. Das ist in der Tat und Gott sei Dank irgendwann langweilig.

Wo der Fußball da steht - ehrlich keine Ahnung. Ist der in der Mehrheitsgesellschaft angekommen? Oder trifft es zu, dass ein Coming-Out hier ein Höllenritt wäre, es hat ja bis jetzt keiner gemacht und auch Hitz nicht, der zählt nicht, der spielt nicht mehr. Also dies mal ausnahmsweise: der Vorhang auf und immer noch alle Fragen offen und btw. Respekt zolle ich ihm schon längst, nämlich dafür
http://www.youtube.com/watch?v=rn0C4kfHuvg
ohne den Hammer wären die Orks nämlich wohl Meister geworden.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Earl Chekov, Mittwoch, 08. Januar 2014, 15:03 @ krull

Wo der Fußball da steht - ehrlich keine Ahnung. Ist der in der Mehrheitsgesellschaft angekommen?

Der Fußball wird zunehmend merkelisiert. Der Mainstream greift um sich mit den altbekannten Nebeneffekten: Verdrängung von Subkulturen und der in dem Zuge stattfindenden Radikalisierung der Subkulturen inkl Unterwanderung durch radikale Kräfte.

Insofern wäre die Reaktion auf ein Coming Out im Fußball eben in jenem Kontext anzusiedeln: Beifall der großen Mehrheit und Empörung über gezielte radikale Reaktionen der rechtsunterwanderten Subkulturen, um noch mehr "Middle of the road" zu steuern. Wie ein heranwachsender Mensch, dem viele viele Probleme vom Hals gehalten werden, damit er seinen Job perfekt ausübt, damit umgeht? Keine Ahnung - irgendwo zwischen Gazza und Lahm.

Wie Du schon schreibst, es geht um die abgedrifteten Subkulturen und deren Intoleranzen - siehe Holger Apfel. Ein Fussballer - womöglich ein richtig berühmter - gibt natürlich eine große Plattform für Publikumswirksamkeit, zumindest solange der Fußball von der Zielgruppe goutiert wird.

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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

Olli @, Dortmund, Mittwoch, 08. Januar 2014, 19:14 @ Earl Chekov

Coming Out und keinen interessierts - rightly so

funkfreund @, Detmold, Donnerstag, 09. Januar 2014, 10:17 @ Olli

... Homophobie ist in anderen Ländern sicher noch verbreiterter als bei uns - siehe diese Kommentare von vermeintlich Intellektuellen aus aller Welt (teacher, Universitiy, healthcare administrator).

Guter Talk dazu von 11-Freunde-Christoph Biermann bei WDR5 heute morgen:

http://www1.wdr.de/themen/audiobiermannwarumistoutingimprofifussballsoschwer100-audioplayer.html

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Coming Out und keinen interessierts

Lisa @, FFM, Donnerstag, 09. Januar 2014, 15:57 @ Olli

Coming Out und keinen interessierts

Earl Chekov, Donnerstag, 06. März 2014, 18:08 @ Lisa

... von wegen

krass, diese petition, und das von einem lehrer...

Dazu gibt es ein klares Statement

[image]

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Coming Out und keinen interessierts

Herb, Donnerstag, 06. März 2014, 21:44 @ Earl Chekov

Isn't it a little bit outdated? ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=XjFU98mEem4

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