"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"
taz: Herr Küppersbusch, was war schlecht in der vergangenen Woche?
Friedrich Küppersbusch: Absolute Über-PR für das neue Album von Jan Delay. Außer Klorollen alles mit Interviews bedruckt.
taz: Und was wird besser in dieser?
F. K.: Die ganz Hartgesottenen hören es trotzdem noch. (…)
taz: Griechenland “erhält Milliarden vom Kapitalmarkt“. Was für ein Typ ist das eigentlich, dieser Kapitalmarkt, der ständig Geld gibt und wieder wegnimmt?
F. K.: Ein Dealer halt. Anfixen, aushungern lassen, Preise erhöhen. In der Perspektive ist “Wiederherstellung der Kreditwürdigkeit“ das Gleiche wie “Junkies reparieren, damit sie wieder schießen können“. Das größte Hemmnis auf dem Weg zum cleanen Leben sind strenge Autoritäten, die Substitution und Mitverantwortung ablehnen.
taz: Damit ist die Eurokrise ja nun offiziell beendet. Ist das gut oder schlecht für Schäuble, Merkel und Co.?
F. K.: Merkel wird nicht – wie Kohl oder gar Adenauer – ihren Anhängern als “große Europäerin“ in Erinnerung bleiben. Sie hat bemerkenswerte Nervenstärke bewiesen, um ihr oberstes Handlungsprinzip – kompetentes Nichtstun – gegen alle Aufregungen durchzuziehen. Das ist mehr als nichts und weniger als gestaltende Politik. Deutschland geht aus dieser Epoche reicher, unsympathischer und nationalistischer hervor. Und eine andere Bundesregierung wird später die europäischen Hausaufgaben machen müssen. (…)
taz: Ein Möbelhaus in Nordrhein-Westfalen hat aus Versehen Tassen mit dem Konterfei von Adolf Hitler verkauft. Alle Tassen, die bisher nicht über den Ladentisch gegangen sind, wurden zerstört. Hätte man keine bessere Verwendung finden können?
F. K.: Das Möbelhaus kann nun mit “Wir haben nicht mehr alle Tassen im Schrank“ werben. Vielleicht hatte Schäuble ein 5.000-teiliges Service für den nächsten Gipfel mit Putin geordert, und die landeten dann in Unna. Das “Haus der Geschichte“ in Bonn möchte eine für die Sammlung, könnte teuer werden.
taz: Und was machen die Borussen?
F. K.: Real Madrid weghauen, Bayern demütigen, alles brotlose Kunst. Entscheidend ist – das Spiel gegen Wolfsburg. Haha! Ich habe mich für diesen Satz als Matthias Sammer verkleidet! Reingefallen!! Es war wie wieder in die gleiche Frau verlieben, schlimmer denn je.
http://www.taz.de/Die-Woche/!136732/
"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"
Sehr gut und auch bedenkenswert der taz-Kommentar unter der Überschrift "Bayern weglangweilen".
Zitat: "Es gibt sowieso keine größere Wettbewerbsverzerrung als die finanzielle Vorherrschaft der Bayern, also könnte sich die Bundesliga mal zusammentun und gegen die Bayern konsequent ihre B-Elf oder ihre Jugendmannschaft auf den Platz schicken. ... Die Bayern müssen sich dann fragen, ob es lohnt, sich einen so teuren Kader zu halten ... . Statt auf die Bayern zu schimpfen, weil sie die Liga so beherrschen, könnte man sie isolieren, indem man sie einfach nicht mehr beachtet. ... Gute Spieler würden es sich dann etwas besser überlegen, ob sie wirklich zu den Bayern wechseln wollen, denn die sportliche Perspektive wäre nicht sehr attraktiv."
"Wie geht es uns, Herr Küppersbusch?"
Das Sage ich ja schon seit Saisonbeginn. Das wäre auch viel ehrlicher als gegen München immer nur mit Hise voll anzutreten und abzuschenken. Die Jugendmannschafften könnten mal richtig Erfahrung sammeln.
Im Semmler wurde ich für diesen Vorschlag allerdings belächelt, ich fänds trotzdem gut und irgendwie witzig.