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Coming Out und keinen interessierts - rightly so

krull, Am gelben Pylon, Mittwoch, 08. Januar 2014, 14:38 @ Earl Chekov

Die Zeiten, in denen Homosexualität in Deutschland ein Mythos war, vorzugsweise angesiedelt in der Kunst, Literatur, Musik sind schon längst vorbei. Früher waren André Gide, Klaus Mann und sein sich nur verdeckt outender Vater, Fassbender und Rosa von Praunheim mit dem skandalösem Zwangsouting von Hape Kerkeling dafür verantwortlich, daß Homosexualität mit einem Hauch von Glamour und bowieesker bunt-unwirklicher Popart überzogen.

Bis heute mühen sich die guten Pet Shop Boys diese popkulturelle Besonderheit der Homosexualität aufrecht zu erhalten. Mit zunehmender Mühe, denn heute sind andere Gallionsfiguren in der Wahrnehmung.

Begonnen hat der Übergang mit dem Aufstieg der Sauerlandclowns, die bei RTL den Marsch durch die Institutionen antraten wie Hella von Sinnen und Dirk Bach unterstützt durch den öffentlich-rechtlichen Domian. Der Virus breitete sich in die Politik aus mit dem komödiatischen Herrscher am Berliner Hof "das ist auch gut so" Wowereit.

Und heute sind wir in der absoluten homosexuellen Langeweile angekommen, symbolisiert durch Westerwelle oder eben Hitz the Hammer. Natürlich ist das gut so. Aber ein wenig traurig bin ich auch darüber - habe ich doch immer schwule Kunst sehr geliebt.

Gesellschaflich war und (global) ist schwules Leben Gegenstand strafrechtlicher Verfolgung. Lange konnte sich auch die bürgerliche Mitte stanmm- und spießbürgerlich moralisch abgrenzen. Dieser Sumpf wurde nach und nach trocken gelegt, ohne dass homosexuelle Diskriminierung verschwindet. Auch in Deutschland nicht, dazu gibt es viel zu viele Subkulturen, neue theologische Fundamentalismen, egal ob evangelikal oder muslimisch geprägt, das Stadt-Land Gefälle, dann Ethnien, die kein Fragezeichen kennen. Empfehle mal unter der russland-deutschen Community ein Coming-out, na holla die Waldfee. Fakt ist, dass die liberale Öffentlichkeit kaum Berührungspunkte zu diesen Kulturen hat und so werden wir weiter die CSD-Partys feiern, wo eine tolerante schwule Community das tolerante bürgerliche Kulturvolk trifft - Daumen hoch für alle. Das ist in der Tat und Gott sei Dank irgendwann langweilig.

Wo der Fußball da steht - ehrlich keine Ahnung. Ist der in der Mehrheitsgesellschaft angekommen? Oder trifft es zu, dass ein Coming-Out hier ein Höllenritt wäre, es hat ja bis jetzt keiner gemacht und auch Hitz nicht, der zählt nicht, der spielt nicht mehr. Also dies mal ausnahmsweise: der Vorhang auf und immer noch alle Fragen offen und btw. Respekt zolle ich ihm schon längst, nämlich dafür
http://www.youtube.com/watch?v=rn0C4kfHuvg
ohne den Hammer wären die Orks nämlich wohl Meister geworden.

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